Trigeminus-mediiertes Headshaking – was ist das überhaupt und was wissen wir darüber?
Trigeminus-mediiertes Headshaking (TMHS) ist eine Erkrankung bei Pferden, die sich durch unkontrollierbare, meist vertikale Kopf- und Halsbewegungen, nasale Irritation und andere Symptome von Stress und Schmerz manifestiert.
Bei Pferden, bei denen keine anderen Erkrankungen wie Zahnprobleme, Schmerzen am Bewegungsapparat oder Augenprobleme als Ursache festgestellt wurden, steht der für die Gesichtssensibilität verantwortliche Nerv (Nervus trigeminus) im Verdacht, diese Symptome zu verursachen. In einer Studie an Pferden unter Vollnarkose wurde festgestellt, dass dieser Nerv bei erkrankten im Vergleich zu gesunden Pferden eine viel tiefere Reizschwelle aufweist und man geht somit von einer Hypersensibilisierung (vermehrter Erregbarkeit, d.h. Reaktion auf nur minimale Stimuli) des Nerven aus.
In aktuellen Studien konnten wir neue, nicht-invasive Methoden testen, um die Nervenfunktion auch am wachen Pferd zu testen und Aufschluss über die Empfindsamkeit von betroffenen Pferden zu erhalten. Gerade in Fällen, in denen unklar ist, ob ein Pferd wirklich von TMHS betroffen ist, können diese Methoden wertvolle Einblicke liefern.
Aktuell sind weitere Forschungsprojekte zum Thema Headshaking geplant, um hoffentlich in Zukunft mehr Hintergrundwissen über die Ursachen oder genaue Entstehung der Erkrankung zu erhalten. Gleichzeitig arbeiten wir an der Entwicklung neuer Therapiemethoden, um betroffenen Pferden zukünftig nachhaltig helfen zu können.