Equines Sarkoid
Das equine Sarkoid ist der häufigste Hauttumor bei Pferden, Eseln und Maultieren. Wir behandeln in unserer Klinik jährlich ca. 50 Sarkoidpatienten.
Die nachhaltige Behandlung von Sarkoiden stellt in vielen Fällen die Tierärzte, Equidenbesitzer und die betroffenen Patienten vor eine grosse Herausforderung. Diese Hauttumore sind gekennzeichnet durch eine hohe Rezidivneigung und können je nach Lokalisation am Tier (Augenlid, über Gelenken,..) oft nur schwierig entfernt werden. Obwohl unzählige Behandlungsmethoden angepriesen werden, existiert auch heute noch kein zuverlässiges und für den Patienten schonendes Vorgehen zur Behandlung und Vorbeugung dieser häufigen Erkrankung. Wir testen derzeit zusammen mit dem Forschungsinstitut für Biologischen Landbau FiBL einen oralen Behandlungsansatz mit einem Mistelpräparat.
Desweiteren erforschen wir genetische und virale Faktoren der Equinen Sarkoid-Erkrankung, mit dem Ziel, der noch teilweise ungeklärten Entstehung und Verbreitung dieser Krankheit auf den Grund zu gehen und weitere neue Behandlungsansätze zu entwickeln. Ausserdem untersuchen wir diagnostische und prognostische Marker, die die Diagnose von Equinen Sarkoiden und das Stellen einer längerfristigen Prognose sowie Überwachen des Therapieerfolgs lediglich anhand einer Blutprobe möglich machen könnten.
Andere equine Tumoren
Auch andere Tumorarten stehen im Fokus unserer Forschungsarbeiten, allen voran das Plattenepithelkarzinom am Auge, welches auch die Bindehaut und Hornhaut des Auges betreffen und somit zu starken Einschränkungen bei betroffenen Pferden bis hin zum Verlust der Sehfähigkeit führen kann. Hier untersuchen wir genetische Faktoren, welche die Entstehung von Plattenepithelkarzinomen begünstigen. Zu den Rassen mit genetischer Prädisposition für okuläre Plattenepithelkarzinome zählen v.a. Haflinger, aber auch gewisse Kaltblutpferderassen wie Belgische Kaltblüter.
Unsere Tumorforschung beschäftigt sich nicht nur mit Hauttumoren, sondern auch mit den selteneren, aber klinisch für den einzelnen Patienten sehr relevanten inneren Tumoren, wie z.B. equinen Lymphomen. In diesem Kontext sammeln wir im Rahmen von diagnostischen Abklärungen oder therapeutischen Interventionen übriggebliebene Blut- und Gewebeproben, welche als Reservoir für die Erforschung von Tumormarkern zur Verfügung stehen. Dieser Aspekt ist besonders interessant, da in der Pferdemedizin kaum Marker für die frühzeitige und zielgerichtete Diagnose von Tumorerkrankungen zur Verfügung stehen.